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Wieder daheim in Dresden!

Dienstag, 13. September 2011

Banff und der Gedanke an die letzte Woche


Heyyy guys…Banff war eigentlich zu schön, um nur für ein paar Nächte zu bleiben, also beschloss ich eine Woche zu stoppen und ein wenig durchzuatmen. Ähnlich wie Whistler, aber dann doch ganz anders! Ich bin mit zwei Midfünfzigern in die Stadt getrampt und als wir uns angefreundet hatten und merkten, dass wir im selben Hostel übernachten und die Beiden, wie ich, die Stadt erkunden wollten, taten wir es einfach zusammen. Wir dinnierten zusammen, ich fand heraus, dass sie beide Gas- und Ölpipelines im Norden von Calgary verlegen und nur mal kurz in Banff auf nem Trip waren und zu guter Letzt endete unsere Begegnung in einer Pubnacht, die mir als sehr vergnüglich in Erinnerung bleiben wird.
Als wir das erste Mal die Hauptgeschäftsstraße von Banff betraten, hatte ich es sofort…das Gefühl, dass dies ein Ort sein würde, an dem ich mich so richtig wohl fühlen würde. Genauso touristisch wie Whistler, aber irgendwie weniger “arrogant“ und mit einem Spritzer mehr Relaxedheit und Gemütlichkeit. :) Es war einfach ein geiler Ort! Umzingelt von Bergen bis auf die 3000er Grenze befand sich Banff im selben Tal wie Lake Louise, eigentlich nur um die Ecke (60 Km östlich), mit Seen, Pässen, wilden Flüssen und spektakulären Klippen. Ich hatte also wieder einmal 3 Nächte in einem der Hostel gebucht, um erst einmal vorzufühlen, ob denn mehr daraus werden könnte. Letztendlich ist eine gute Woche daraus geworden und ich hab mich pudel wohl gefühlt. Ich bin Rennrad gefahren, war in den Hot Springs (Badeanstalt beheizt durch natürliche heiße Quellen), habe umliegende Berge bestiegen, besuchte den ein oder anderen Pub und habe neue Freundschaften geschlossen.

Einer der Story’s schlecht hin ist, dass ich zwischendurch in ein etwas preiswerteres Hostel umgezogen bin und dort einen Obdachlosen auf meinem Zimmer hatte…er ganz freundlich, gebrochenes Englisch (da er aus dem französischen Osten kam und eigentlich mit englisch nicht viel am Hut hatte)..ich spendierte ihm hin und wieder Essen und war immer ganz aufgeschlossen. Hab mit ihm geplaudert, bis….eines meiner T-Shirts spurlos verschwand und ich ihn damit in der Stadt erwischte. Ich sprach ihn drauf an, dass ich genau dieses Shirt vermisste und er meinte nur, dass er es schon sehr sehr lang besitze und es ihm gehöre!^^ Richtig passen tat es ihm nicht und es war DEFINITIV meins! Naja, ich hab keinen großen Deal daraus gemacht, da man ja nicht weiß wie er reagiert, wenn man ihn in ein Streitgespräch verwickelt…und solche Typen dürften auch ein bisschen kämpferische Erfahrung haben – das ist es mir dann doch nicht wert, nicht wegen nem T-Shirt. Überraschenderweise hatte er jedoch auch noch einen prallgefühlten dicken Rucksack auf dem Rücken, mit dem ich ihn vorher noch nie gesehen hatte. Er meinte dazu nur, dass er ihn in der Stadt in einem Schließfach hatte, um sicherzugehen, dass ihm niemand irgendwas klaut. Zurück im Hostel berichtete ich das ganze Geschehen der Rezeptionistin, sie konnte jedoch nichts machen, hatte aber irgendwie die Ahnung, dass der Typ den Rucksack vielleicht ebenfalls aus dem Gepäckraum von jemand anderen mitgehen lassen hat. Nun ist wahrscheinlich jemand ohne Gepäck unterwegs… :(


Nach einer guten Woche ging’s wieder auf, zurück auf die Straße! Am Vorabend hatte ich noch mit einem Südkoreaner in meinem Zimmer abgesprochen, dass wir 11 Uhr auschecken und dann zusammen (mit seinem Auto) nach Calgary fahren – aber am Morgen war er verschwunden und ich ging wieder einmal auf Trampkurs: Gepäck auf dem Skateboard die Straße runter geschoben, zuvor noch ne Pappe im Supermarkt zur Wegbeschreibung besorgt, dann 5 min aus Banff raus gelaufen, hingestellt, 3 min gewartet und schwupp‘s war ich drin – in einem Wohnwagen nach Calgary. Wieder super nettes Pärchen, die mal übers Wochenende in Banff waren. Haben mir dann erzählt, dass es ihnen gut geht und sie gern anderen helfen. Sie kaufen Essen und das Nötigste für einen Nachbarn, der sich es nicht leisten kann und haben mir ebenfalls an der Tankstelle nen relativ teuren Energietrink gekauft (MONSTER), „Such dir was raus, meinten sie.“ :D

Nun bin ich für drei Nächte bei Jenny in Calgary. Sie hatte ich damals in Newcastle/Australien kennengelernt, mit ihr gearbeitet und Facebook-daten ausgetauscht. Jetzt bin ich hier und schau mal was so eine kleine Großstadt alles zu bieten hat…nen Friseur brauch ich definitiv. :)
Natürlich denk ich auch an meine letzte Woche hier in Kanada. Obwohl ich derzeit nicht mit sonderlicher Traurigkeit gestimmt bin, da mich Kanada zwar wieder viel gelehrt hat, ich habe viel gesehen, bin gut rumgekommen, hänge aber nicht zu sehr an meinen Reisen und sehe die Auszeit in Kanada wirklich als Auszeit vor dem Studium. Ich freu mich schon auf die HTW ab Oktober und bin zuversichtlich, dass ich die Produktionstechnik das Richtige für mich sein wird.

Mein Rückweg wird mich wieder einmal mit vielen interessanten und außergewöhnlichen Menschen zusammen bringen! Der letzte Tramp hat mir ein Abschlussgebet für meine Reisen eingebracht und ich hoffe, dass mich die göttlichen Worte auf meiner Tramp-Rückreise nach Vancouver sicher zum Ziel bringen werden. Die Reise wird mich wieder auf ‚Highway 1‘ zurück durch Banff führen, dann bis ‚Castle Junction‘ wo es dann südwärts Richtung U.S.-Grenze geht, an der mich ‚Highway 3‘ bis Vancouver führen wird. Alles in allem 5 Tage für 1300 Km – wird doch zu schaffen sein! :P

Sichere Reise und viel Glück.

Euer Martin aus Calgary.

1 Kommentar:

  1. Hoffentlich war es kein teures oder eines deiner Lieblings-T-Shirts.^^
    Freut mich, das du so viele tolle Begegnungen hattest und ich freu mich auch schon, wenn wir uns mal wieder treffen und du uns noch viele weitere tolle Geschichten erzählen wirst!

    Lg aus Germany,
    Lockenkopf

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