WO BIN ICH GERADE?

Wieder daheim in Dresden!

Sonntag, 31. Juli 2011

Die Bär-Story

Nunmehr seit 4 oder 5 Tagen ist der Bär vom Gelände und nun schüttel ich mal die Geschichte aus dem Ärmel:
Fredy war früh schon bei Zeiten zum Angeln gefahren und war ungefähr 8:30Uhr wieder zurück. Wie immer zerschnippelte er den Lachs im Garten, wusch alles runter und reinigte den gesamten Platz penibel. Dann schaffte er wie immer, zur Sicherheit, den Fisch und die Graben nach oben und ging noch mal zur Werkstatt rüber, um noch etwas wegzuschaffen. An alles augenscheinlich Essbare dachte er, aber nicht an seine Angeltasche, die er unbeobachtet auf der Veranda in ebenerdiger Position liegen ließ… sitze gerade auf der Fähre von Nanaimo zurück nach Vancouver und freu mich, ein paar Minuten für den Blog zu haben :)
Die Tasche lag nun da und als Fredy wieder zurück im Haus war und ein paar Minuten vergangen waren, bemerkte er, dass irgendetwas fehlte. Es war die Tasche! Er lief die Treppe zur Veranda runter und alles was noch da lag, war: eine Folietüte, die oben auf der Tasche lag. Er kam zu mir rauf, hatte die Tüte in der Hand und guckte ganz verdaddert. „Scheiße, der Bastard hat meine Tasche geklaut!“ Nach einer kurzen Weile realisierte er, dass die Tasche dann doch mit etwas Fischwasser getränkt war und die Knacker beinhaltete, die er aus Deutschland von seiner Schwester geschickt bekommen hatte. Naja. ;) Dann war da noch sein Handy drin und das machte ihn richtig sauer!!^ Nun rannte er zurück auf den Balkon und guckte, ob der Kerl noch immer in der Nähe war. Und YES!!! Er schrie wie wild: „Martin komm raus, aber plötzlich!“ Da stand er nun, in aller Pracht – für mich ein großer Schwarzbär, für Fredy nur ein Mittelgroßer. Anyway…a crazy adventure! Ein Bär, direkt in unserem Garten und ich wohne noch dazu im Wohnwagen. xD
Naja, auf jeden Fall zückte Fredy seinen Luftdruckknicker und verpasste dem Typen Eins. :D Voll auf die Nase. Ohne Schmerz würde er sich’s definitiv nicht merken, dass er sich vom Haus und dem Garten fernzuhalten hat. Richtig verletzen kann man ihn aber mit nem Luftdruckgewehr nicht (für die Tierliebhaber unter euch :) ) – ihm tut’s nur ordentlich weh. Dazu muss man sagen, dass sich die Bären nicht mit den Augen (nur auf kurze Distanz), sondern per Gehör- und Geruchssinn orientieren. Das erklärt vielleicht auch, dass man nicht weglaufen soll, wenn man einem Bären in der Natur begegnet. Hinhocken und ruhig sein. Wenn man zu streng riecht nützt einem das aber auch wenig.xD Deshalb ist es auch IMMENS wichtig (für den Fall, dass man in Kanada Campen geht) alles Essbare und Riechbare mindestens 4 Meter hoch in einen Baum zu hängen – auch Duschbad,, Kaugummi etc. gehören dazu!
Später rief Fredy die Polizei und das Parkwacht, die sich um solche Fälle kümmert. Die Parkwacht kam nicht, aber der police officer (siehe Bild). Hart bewaffnet und super lustig drauf. Dann kam noch ein Freund mit Hund, der den Bären aufspüren sollte. Hat er nicht gepackt und so machte sich Fredy nun selbst auf in den Busch, um seine Tasche wieder zu finden. Nach ein paar Minuten und einem Tritt in nen Bärenhaufen im Busch kam er, mit einer völlig zerfetzten schwarzen Tasche wieder zum Vorschein. Die Tasche wars….Der Inhalt stimmte auch, das Handy war noch da, die Knacker auch ;) und noch dazu ein Mülleimer, der schon seit Jahren vermisst wurde. Ende gut alles gut! :D

Der Bär hinterließ in den nächsten Tagen einen Haufen im Garten und warf hin und wieder den Kompost um, um nach Bioresten zu kramen. Man sagt hier: Einmal ein Müllbär, immer ein Müllbär! Deshalb lief ich für den Rest der Zeit mit Pfefferspray in der Hosentasche und einem immer wachen Auge zum nächsten Busch durch Wald und Flur. Aber er war nie mehr gesehen…

Kommentar:
Ø  Auf Vancouver Island leben ausschließlich Schwarzbären [nicht grundlegend angriffslustig, nur Essenssucher…trotzdem, wenn man zwischen ihn und seine potentielle Mahlzeit kommt, könnte es schon zu aggressiven und blutigen Handlungen kommen – also: fernhalten! Größe: Unserer im Vierfüßlerstand: 1,20m lang und 1m hoch].
Ø  Auf dem Festland gibt‘s auch Grisly- oder Braunbären (Synonym), welche weit mehr aggressiver und weniger umgänglich sind. Über das Zelten denk ich noch mal nach.